Direkt zum Hauptbereich

Leben mit Hühnern in Ayoó de Vidriales

Am Tag zuvor, sind wir bereits zu dem Haus gefahren, damit Basti kontrollieren konnte, wie stark die Internet-Verbindung in dieser Umgebung war. Da er arbeiten muß und Internet benötigt, war das sehr wichtig, weil das Internet am Ort zuvor, in den Pyrenäen, leider nicht so gut funktionierte. 
Leider verstand der Gastgeber, Joaquin, der etwas englisch sprach, nicht alles, sonst hätte er uns bereits eingeladen, am Vortag schon unser Zimmer zu beziehen. So schliefen wir aber nochmals im Bulli, was, für uns aber völlig in Ordnung war. 
 
Am nächsten Tag kamen wir um die Zeit des Mittagessens, sodass wir direkt eingeladen wurden, mitzuessen. Ein weißes Perserkätzchen, 'Mimi', die Prinzessin, mochte sofort meine Handtasche. 
Und auch Basti schloß das Tier ins Herz. 
Zwei weitere Freunde und noch ein Gast waren anwesend. Der Mann des befreundeten Pärchens hatte den Wein selbstgemacht. Wir erfuhren, daß die meiste Nahrung hier, selbst hergestellt und ohne Zusätze verarbeitet wird.
So waren der Salat und das Gemüse aus dem eigenen Garten. Wir waren begeistert.
Dann bezogen wir das Zimmer und sahen uns um. 
Der weitere Gast sprach englisch und erzählte uns, daß er ein Teleskop besitzt und heute Nacht Aufnahmen machen würde. Wir nahmen die Einladung an, mitzuschauen. 

Abends bekommen die Hühner, Enten, die Gans und ein paar Truthähne Auslauf. Wir fanden ein Katzenbaby, dessen Augen verklebt waren. 
Ich kümmerte mich ein wenig darum, da es scheinbar von der Mutter verlassen worden war. 
Am späten Abend sahen wir die Sterne auf dem Laptop, der an das große Teleskop angeschlossen war. Ich war beeindruckt, wie weit man damit in weit entfernte Galaxien sehen kann.
Wir hofften, schon an diesem Abend den Aufenthalt evtl. verlängern zu können. 
Doch am nächsten Tag, als ich herunterkam, um nach dem Katzenkind zu schauen, bemerkte ich, daß die beiden Gastgeber sehr beschäftigt waren und viel telefonierten.
Die Gastgeberin, Tere (Teresa), machte uns zum Frühstück Spiegeleier, von den hauseigenen Hühnern. 
Wir erfuhren, daß ihre Mutter am Morgen verstorben war und die beiden entschuldigten sich, viel erledigen zu müssen und nicht genug Zeit für uns zu haben. Wir zeigten Verständnis! 
Der Gastgeber blieb aber bei uns, während seine Freundin, für ein paar Tage, in eine andere Stadt fuhr, die weiter entfernt war, um die Formalitäten zu erledigen und die Beerdigung zu organisieren. Bald kam sie zurück. Und wir bekamen zum Frühstück Enteneier. Auch diese waren von den dort lebenden Tieren. 
Joaquin sagte uns, daß er Tere für ein paar Tage, an einen anderen Ort mitnimmt, damit sie sich etwas Zeit nehmen und sich ablenken kann, wenn wir wieder abreisen. Diese Tage waren natürlich sehr anstrengend für sie. Daher hielten wir diesen Plan für eine gute Idee. 
An einem Abend grillten wir mit den beiden und ich gab ihr ein Bild, daß ich für sie gemalt hatte, während sie unterwegs war; worüber sie sich sehr gefreut hat. Auch für unseren Gastgeber habe ich etwas gemalt. 
Zum Abschied nahm der Gastgeber ein Foto mit einer Polaroid-Kamera auf, um es als Erinnerung an uns, aufzuhängen. 
Auch wir fotografierten und machten Selfies. 
Wir fuhren weiter Richtung Süden, da wir Andalusien sehen wollten ; eine Empfehlung meines 'kleinen' Bruders, Pedro.
Ich habe fast täglich Kontakt über WhatsApp mit Tere. Sie wird noch etwas Zeit zum Trauern benötigen. Aber, es geht ihr, nach und nach, besser. Das freut mich sehr für sie. 
Leider hatten wir einen platten Reifen, konnten ihn aber gemeinsam wechseln. 
Wir sind sehr dankbar, daß wir die Zeit mit Tere und Joaquin zusammen verbringen durften und ich hoffe, daß wir uns irgendwann einmal wiedersehen! 😊

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Seltsame Mitfahrgelegenheit

Als Basti, wie jeden Abend, wieder die Hängematte abhängen wollte, kam ein Mann auf ihn zu. Er fragte, ob wir Wasser brauchen und vielleicht etwas Brot.  Der Mann sprach "Berber",  eine Sprache, die der Google - Übersetzer nicht wirklich spricht. Aber, nach einer Übersetzung mit Händen und Füßen, sicherten wir einen Teil im Auto. Während ich halb im Bett neben dem Klapptisch lag, stellte sich der Mann schräg hinter Basti, weil der Beifahrersitz noch mit Dingen besetzt war und hielt sich irgendwo mit einer Hand fest, während er mit der anderen Basti den Weg wies. Alles etwas ungewöhnlich, zumindest, für uns, die wir gewöhnt sind, gesichert zu fahren.  Gesehen hatte ich zwar schon einiges, aber selbst erlebt hatte ich es so noch nicht.  Wir fuhren zu einem kleinen Lager, aus ein paar losen Steinen notdürftig zurecht gezimmert und bekamen ein großes Brot und zwei der großen Wasserflaschen aus einer Wassertonne befüllt. Als wir fahren wollten, wurden wir noch...

Gehet nicht zum Geier, wenn Ihr nicht gerade reiche Touris seid!

Es ist zwar nicht die feine Art, schlecht über einen Menschen zu sprechen. Dennoch kommt es vor, daß man jemandem begegnet, der so überhaupt nichts Gutes von sich zeigen kann, daß es nicht möglich ist, als dann nur dieses Ungute über jemanden zu berichten.  Mhamed total lieb! Seine Frau, der totale Geier!  Fragte am nächsten Morgen direkt nach Geld! Natürlich erst, als ich alleine vom morgendlichen Toilettengang kam. Sie machte die internationale Geste für Geld, mit den Fingern. Ich zeigte auf meinen Mann, daß ich ihm Bescheid gebe.  Zunächst dachte niemand, daß es tatsächlich ihre Frage war. Ihr Mann gab uns zu verstehen, daß seine Frau nun Feuer, für Kaffee entfachen möchte.  So zweifelte ich selbst ein wenig, ob ich diese Geste vielleicht falsch verstanden hätte.  Doch sie fragte noch einmal und diesmal bemerkte Basti auch diese Geste. Er wurde ärgerlich darüber. Sie soll uns nicht mehr danach fragen. Basti erklärte, daß wir Reisende s...

Ein Verlust

Wollte mit Akira bissel draußen sitzen.  Aber, die Hofhunde waren komisch.  Haben sich angeknurrt. Manchmal gebellt.  Irgendwas stimmte nicht.  Also nahm Basti einen Stab zur Verteidigung, und wir schauten nach.  Es war wohl Futterneid.  In der Nähe der Hunde lag eine tote Ziege. Schon etwas angeknabbert und langsam kamen auch schon Fliegen. Wir riefen Abdul. Und er sagte Soukaina Bescheid.  Aber, die Hunde bedienen sich auch schon. Ich denke, daß es normal, daß auch mal eines der Tiere krank wird. Oder im Alter stirbt.  Ich denke es ist normal, daß ein Tier verstirbt. Trotzdem machte es mich etwas traurig.  Es ist schade, wenn ein Lebewesen stirbt.  Wenn es alt oder krank war, ist es besser, für die Herde. Und kein großer Verlust, für den Besitzer.  Aber, für mich ist es ein Lebewesen, das nicht mehr ist. Und das ist traurig, für mich.